Ein Tauschregal im Hausflur, kleine Etiketten mit Namen, Datum, Pflegehinweisen und der Frage: „Woher kommst du?“ Dadurch wächst nicht nur Grün, sondern auch Gemeinschaft. Wenn der Ficus von Herrn Özdemir gedeiht, erzählt er vom Balkon überm Bäcker, vom heißen Sommer, vom ersten Winter. Menschen gießen, sprechen, lachen. Mit jedem Ableger wandert ein Teil ihrer Lebenswege weiter, wurzelt neu und stärkt die unsichtbaren Fäden zwischen Wohnungen, Treppen, Türen.
Eine matte, grüne Vase aus lokaler Keramik trägt Ton vom Flussufer und Glasuren in Anlehnung an Moosteppiche im Stadtpark. Beim Anfassen spürt man den Dreh auf der Scheibe, hört den Ofen, sieht Hände. Die Vase enthält nicht nur Zweige, sondern Arbeitszeit, Fehler, Korrekturen, Können. So wird jedes Gesteck zum Porträt eines Handwerks, das Verlässlichkeit, Würde und die Schönheit des Unperfekten in den Alltag und auf den Esstisch holt.